Die Geschichte des Glücksspiels in Hannover

Bei der Geschichte des Glücksspiels stellt sich zuerst die Frage, was Glücksspiel überhaupt ist. Allgemein bezeichnet Glücksspiel die Spiele, bei welchen der Verlauf und Ausgang überwiegend vom Zufall bestimmt werden. Der Spieler kann also nur in einem geringen Rahmen Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Der Zufall spielt hier eine zentrale Rolle: Zufall beeinflusst zum Beispiel die Kartenverteilung oder welche Zahl gewürfelt wird. Ausgenommen sind Manipulationen jedweder Art. Nach der Klärung des Begriffs sollte klar werden, dass Glücksspiel nicht nur in Casinos stattfindet: Auch Sportwetten, unter anderem Pferdewetten, können nie genau im Voraus bestimmt werden. Die Tipps beruhen ausschließlich auf Erwägungen bzw. Einschätzungen.

Seit wann gibt es Glücksspiele?

Das Glücksspiel als solches existiert schon seit über 5000 Jahren. Die ersten Beweise für Glücksspiele führen in das Jahr 3000 v. Chr. zurück. Das erste Kartenglücksspiel hatte seinen Ursprung in Indien. Im Mittelalter kam es durch Reisende nach Europa und erfreute sich aufgrund der Anwendungsvielfalt großer Beliebtheit. Seit jeher gab es zahlreiche Restriktionen und Verbote. Allerdings konnte keines davon die Menschen ganz davon abhalten, Glücksspiele zu praktizieren.

Glücksspiel heute und in Deutschland

Heute ist das Glücksspiel fest in der Gesellschaft verankert. In der Schule wird die Wahrscheinlichkeitslehre (Stochastik) gelehrt, und die Wirtschaft befasst sich mit Verhaltens-Strategien anderer Parteien, um Verhalten vorauszusehen. Auch dieses Prinzip beruht auf dem Glücksspiel.

Die erste Lotterie kam im 16. Jahrhundert nach Deutschland. Das Glücksspiel der arbeitenden Bevölkerung hatte einen schlechten Ruf, da man davon ausging, dass die Steuern nicht bezahlt werden könnten. Ab 1933 wurden die bis dahin verbotenen Spielbanken wiedereröffnet. Nach Kriegsende wurden sie wieder geschlossen, ab den 50er Jahren eine Wiederauferstehung zu erleben.

Was geschah in Hannover? Die Spielbankenaffäre

Nach und nach kam das Glücksspiel auch nach Hannover. Nachdem es sich Jahrzehnte großer Beliebtheit erfreute, bekam es am 13. November 1987 in Hannover einen herben Rückschlag: Marian Felsenstein, der Betreiber von Casinos in Bad Pyrmont und Hannover bediente sich anscheinend aus den Einnahmen seiner Geschäfte. Wie herauskam, war er selber spielsüchtig. Bereits 1985 war bekannt geworden, dass der Betreiber mit seinen Casinos rund 1,1 Millionen Mark Schulden hatte. Außerdem hielt er mit den Einnahmen seine verschuldete Warenhauskette „Nylon-Vitrine“ über Wasser. Zum Ende hin konnte er nicht mal mehr den Gewinn in seinen Casinos auszahlen. Freitag, der 13. November 1987, sollte ein Symbol für Felsenstein werden. Denn an dem Tag wurde ihm von der niedersächsischen Landesregierung die Konzession entzogen.

Daraus entstand ein politischer Skandal: Es kam ans Tageslicht, dass der damalige Innenminister Wilfried Hasselmann seiner Aufgabe nicht nachgekommen war, die Casinos zu bewachen. Er nahm sogar Spenden entgegen und bereicherte sich selbst. Er musste unter Druck der Opposition sein Amt niederlegen. Die Niedersächsischen Casinos wurden aufgrund dessen verstaatlicht.

Neue Gesetze

Die Verstaatlichung liegt heute dem Glücksspielvertrag vom 1. Juli 2012 zugrunde, welcher seit dem 8. Februar 2013 in allen deutschen Bundesländern gilt. Dieser sagt aus, dass der Ausgang des Glücksspiels immer vom Zufall abhängen muss. Voraussetzung ist, dass ein Entgelt für das Spiel angeboten wird. Also zählen diverse Lotterien, Sport- und Pferdewetten.

Im Internet dürfen nur Lotterien, Pferde- und Sportwetten angeboten werden. Alle anderen Glücksspiele sind im Internet verboten!

Die Aufgabe der niedersächsischen Spieleaufsichtsbehörde wird vom niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport übernommen.