Hannover 96 Spieler versuchen Casino Raub

Drei Fußballnachwuchsspieler im U19 Team von Hannover 96 hatten offensichtlich andere Pläne, als sich ausschließlich auf ihre Fußballkarriere zu konzentrieren. Zum damaligen Zeitpunkt, Februar 2016, stand die erste Mannschaft Hannovers auf dem letzten Tabellenplatz. Daran konnte auch der ehemalige Trainer Werder Bremens Thomas Schaaf nichts ändern. Dies schien zwei 18- und einem 19-jährigen Spieler ein Grund zu sein, sich nach alternativen Verdienstmöglichkeiten umzuschauen. Abgesehen hatten es Marcel L., Mohamad D. und Eines B. auf eine Spielhalle in der Umgebung von Schaumburg – allerdings sollte ihr Vorhaben nicht von Erfolg gekrönt sein.

Perfekte Planung, aber peinlicher Ausgang

Es war alles durchdacht und durchplant. Die Nachwuchskicker wollten professionell mit Sturmhaube, Schreckschusspistole und Handschuhen vorgehen. Am 2. Februar 2016 sollte der Riesen-Coup steigen. Doch den Drei-en wurde die Sache zu heiß. Im letzten Moment überlegten sie es sich anders und wollten den Überfall sein lassen. Sie drehten um. Allerdings war es da schon zu spät. Denn die Polizei war in Hannover-Nordstadt gerade in der Nähe.

Bei ihrem Rundgang stellten die Polizisten fest, dass die drei Spieler ihren PKW im Halteverbot geparkt hatten. Und es wird noch peinlicher: Auf dem Wagen, dem Audi A3 des Vaters eines Spielers, waren zwei verschiedene Kennzeichenschilder montiert – beide waren als gestohlen gemeldet! Erst auf das Fahrzeug aufmerksam geworden, kontrollierte die Polizei den Wagen genauer und fand das Material, welches für den Raubüberfall vorgesehen war. Nach Festnahme haben die Drei im Verhör ihr Vorhanden gestanden. So flog alles auf und wurde auch zu einem Skandal für den Verein Hannover 96.

Der Polizeisprecherin Gabriela Mielke nach „müssen sich die drei nun neben dem versuchten Raub auch we-gen Kennzeichen Diebstahl und Urkundenfälschung verantworten“. Außerdem stellt der Vorfall einen Verstoß gegen das Waffengesetz dar.

Konsequenzen

Nun müssen die drei Nachwuchskicker sich warm anziehen: Aufgrund des Vorfalls haben sie nicht nur Anzeigen am Hals, sondern wurden von Hannover 96 auch augenblicklich aus dem Verein suspendiert. Die Fußballer-Karriere können die drei jetzt getrost vergessen. Martin Bader, der Geschäftsführer von Hannover 96, kommentierte zum Vorfall, „dass er informiert wäre und das ganze verurteile“.

Doch trotz des vorgefallenen möchte Hannover 96 die drei Spieler wenigstens juristisch begleiten. Das ist eine große Geste angesichts des Image-Schadens, den die Nachwuchskicker ihrem Verein zugefügt haben.

Was an der Tat noch unklar ist, ist das Motiv. Eine Möglichkeit wären die Spielschulden eines Spielers.

In Zukunft Prävention

Damit so etwas in der Zukunft nicht mehr passiert, arbeitet Hannover 96 an einer Lösung. Hierzu nennt Bader das Nachwuchszentrum, bei dem die jungen Spieler neben dem Sport auch soziale Unterstützung in ihrem Leben erhalten. So kommen sie gar nicht erst auf solche Ideen. Der Leiter dieses Nachwuchszentrums Jens Reh-hagel fügt bei, dass „die Spieler allerdings nicht 24 Stunden am Tag betreut werden könnten. Jedoch sollen die jungen Menschen hier Hilfe im Alltag angeboten bekommen“.

Die Kosten für das Nachwuchszentrum lagen bei ca. 18 Millionen Euro. Es ist im Eilenriedestadion gelegen, welches bereits seit 1921 existiert und sich unter Denkmalschutz befindet. Angelegen sollen weitere Breiten-sportzentren ihren Platz finden, welche jungen Menschen einen Zufluchtsort bieten, an dem sie geschätzt und unterstützt werden können.